Gedenken heißt: der Vernichtung widerstehen

Mehr als 6000 Teilnehmer beim Dresden-Gedenken 2008

Mehr als 6000 Menschen fanden sich am 16.2.2008 in Dresden ein, um der Opfer der angloamerkanischen Bombenangriffe vom 13. und 14. Februar 1945 zu gedenken.

Damit hatte der diesjährige Trauermarsch in etwa die gleiche Größe wie in den vorangegangenen Jahren, und das Dresden-Gedenken, das die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) seit vielen Jahren organisiert, ist zu einem festen Bestandteil der Gedenkkultur in Deutschland geworden.

Als im Jahre 1994 der Trauerzug erstmals stattfand, waren es gerade mal ein Dutzend Teilnehmer, die einen symbolischen Papp-Sarg mit der Aufschrift: "Tausend Schritte für Dresden - wie viele Tote bei jedem Schritt?" durch die Dresdner Innenstadt trugen. Seitdem ist die Zahl der Teilnehmer Jahr für Jahr gewachsen und auch in diesem Jahr bewegte sich ein eindrucksvoller kilometerlanger Trauerzug durch Dresden.

Dies ist ein großer Erfolg der "Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland", die vielen noch unter dem alten Namen "Junge Landsmannschaft Ostpreußen" bekannt ist, den sie 2005 aufgeben mußte. Sie hat mit großer Beharrlichkeit durch alle Anfeindungen hindurch das Ziel verfolgt, mit dem Dresden-Gedenken einen nationalen Gedenktag ins Leben zu rufen, der die Einseitigkeit des bundesdeutschen Gedenkens durchbricht und den vielen Millionen zivilen deutschen Opfern eine angemessene Erinnerung bewahrt.

"Unsere Mauern können brechen, unsere Herzen nicht!"

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den JLO-Vorsitzenden des Landesverbandes Sachsen-Schlesien, Kai Pfürstinger, wandte sich der frühere stellvertretende Bundesvorsitzende der „Republikaner“ und jetzige JLO-Bundesvorstand Dr. Björn Clemens an das Publikum.

Clemens widersprach der Behauptung, daß dieser Trauermarsch eine Instrumentalisierung der Opfer darstelle. Diese Behauptung werde ausgerechnet von denjenigen erhoben, die mit unglaublicher Einseitigkeit die deutsche Vergangenheit unablässig instrumentalisierten und nicht ohne den ständigen Verweis „auf die 12 Jahre auskommen, ohne die sie gar nicht leben können.“

Aus der großen Zahl der Bücher und Sendungen über Adolf Hitler und das Dritte Reich, das als Begründung vieler Absurditäten der deutschen Politik herhalten müsse, zog Clemens die Schlußfolgerung: „In dieser Republik läuft ohne Addi gar nichts mehr, aber er wird nicht von uns mißbraucht, nein, wir stellen etwas richtig, und es ist höchste Zeit dafür.“

Den Vorwurf des Mißbrauchs gab Clemens damit an die Etablierten zurück und er machte deutlich, daß ein System der Unfreiheit, das auf dem Mißbrauch der Vergangenheit beruht, nur durch den standhaften Einsatz für die historische Wahrheit überwunden werden kann.
 

Gedenken heißt: der Vernichtung widerstehen

Es seien nicht nur die heruntergerechneten Opferzahlen, die richtigzustellen seien, sondern auch der Mythos, daß es sich bei der Bombardierung Dresdens um „einen Exzeß des Krieges“ gehandelt habe. In Wahrheit hätte man mit dem Dresdner Bomben-Holocaust gezielt das treffen wollen, „worin sich unsere Nation fundiert, in unseren Innenstädten, in unseren Kulturbauten“. Dieser „Vernichtungsaufruf“ habe 1945 der Kulturstadt Dresden auch deshalb gegolten, weil „in den Trümmern unserer Kirchen und Städte" auch die geistigen Grundlagen der Nation begraben werden sollten. „Und wenn ich mir die charakterlichen Gartenzwerge anschaue, die heute an der Macht sind, dann muß ich sagen: Sie haben ihr Ziel teilweise erreicht“, so Clemens weiter.

Die anerzogene Unterwürfigkeit lasse sich aber „durch unser Bekenntnis, durch unser Wort“ und „durch das Sagen der Wahrheit“ überwinden. Gedenken heiße der Vernichtung widerstehen.

Allein das tausendfache Bekenntnis von Dresden, das Jahr für Jahr erneuert werde, sei ein großer Schritt zu einem Wiederaufbau, der nicht nur die Häuser und Kirchen betreffe, sondern auch Geist und Moral.

Clemens schloß seine Rede mit den Worten: „All jene, die die amerikanischen Bombenterroristen glorifizieren, die ihnen wie Bomber-Harris ein Denkmal setzen, und ihren schäbigen deutschen Brüdern im Geiste rufen wir zu: „Unsere Mauern können brechen, unsere Herzen nicht, niemals! Es lebe Deutschland, Amen!“

Die CDU und die Freunde von Bomber-Harris

Wie weit diese "Brüder im Geiste", die Schurken und Kumpanen von Bomber-Harris, deren Ziel die Vernichtung Deutschlands war, schon in der Mitte der deutschen Gesellschaft angekommen sind, davon zeugte ein Spruchband der Dresdner CDU. Diese ließ es sich nicht nehmen, inmitten der Antideutschen mit ihren Israel-Fahnen und mitten unter den lichtscheuen Gestalten der Antifa mit einem Transparent „Wer die Opfer mißbraucht, wird selbst zum Täter“ aufzutreten. Ob die Transparentträger der CDU die Antifa meinten oder angesichts des schon erwähnten "Mißbrauchs der 12 Jahre" sich selbst meinten, blieb dem Beobachter verborgen. Sicher ist jedoch, sie ließen sich von Antifa-Sprechchören wie „Bomber-Harris, Elbeflut – beide tuen Dresden gut“ oder „Bomber-Harris – Do It Again“ nicht beirren, sie reihten sich widerspruchslos in die Reihe jener Kräfte ein, die die Täter bejubeln und die Opfer verhöhnen.

Ganz anders dagegen war das Bild der 6000, die aus allen Teilen Deutschlands - aber auch aus dem Ausland - angereist waren, die selbst die Strapaze einer langen Reise auf sich genommen hatten, um mit ihrem Gedenken, mit ihrer persönlichen Anwesenheit, mit ihrer Verbeugung vor den Toten, denen die Ehre zu erweisen, die heute durch Vergessen bedroht sind. Sie gaben ein Beispiel für Aufrichtigkeit und Mut, für die Macht der Überzeugung und die Ehrenhaftigkeit eines passiven Widerstandes gegen ein komplexes System der Volksverdummung und Diffamierung.

Kein lauter Ton kam aus dem Trauerzug, keine Provokation wurde erwidert, nur durch die Würde des Schweigens wurde den "Bomberfreunden" die Stirn geboten.

Einen größeren Kontrast zu dem antifaschistischen Narrentreiben konnte es kaum geben.

Linksbündnis in Dresden: Asoziale Krawallbrüder und naive Bürger

Die sozial(istisch)e Verwahrlosung der "Antideutschen" zeigte sich nicht nur in der Herabwürdigung der Opfer, sondern im typischen pubertären Aktivismus ihrer asozialen Krawallbrüder, die am Ende der Kundgebung randalierend durch die Stadt zogen und ein "rechtes" Bekleidungsgeschäft demolierten. Die Polizei begnügte sich, 600 Linksextremisten zu zählen, die gegen das Vermummungsverbot verstoßen hätten.

Die Anti-Rechts-Initiative „Dresden für Demokratie“ kam auf etwa 2000 Teilnehmer, die unter dem Motto "Geh denken!" möglicherweise versuchten, beim Gehen ihre politische Unbedarftheit zu überwinden. Da sie offenbar gut mit der groben Herabwürdigung des Andenkens Verstorbener durch die Antifa leben können, aber die friedvolle Demonstration der JLO für unerträglich halten, haben sie wohl noch einen langen Weg - zu gehen.

Beide Gruppen versuchten sich zwar in Straßenblockaden und machten der Polizei einige Arbeit, verhindert aber haben sie den Gedenkmarsch der JLO nicht.
 

Udo Pastörs spricht von "greatest single holocaust"

Als der Zug der JLO schließlich nach einem Bogen durch die Neustadt auf dem Postplatz zu stehen kam, ergriff der Fraktionsvorsitzende der NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, das Wort.

Pastörs unterstrich noch einmal, daß das Ziel der Bomberangriffe auf Dresden nicht die Niederringung militärischen Widerstands, sondern die Einäscherung einer deutschen Kulturmetropole gewesen sei. „Es war beabsichtigt, den größten Glutofen der Menschheitsgeschichte in Betrieb zu setzen“, so Pastörs weiter. Der Angriff galt nicht nur der Dresdner Zivilbevölkerung, die man „regelrecht ausrotten“ wollte, sondern auch einer halben Million Vertriebener aus den Ostgebieten. Das Bombardement sei Musterbeispiel militärischer Feigheit, es sei für die Angreifer ohne jedes Risiko gewesen, da Dresden zu dieser Zeit über keine Luftabwehr mehr verfügt habe. Pastörs zitierte einen englischen Journalisten, der kurz nach Kriegsende mit Blick auf die Zerstörung Dresdens von „the greatest single holocaust by war“ gesprochen habe. „Hier wurde nur ohne Rücksicht auf kulturelle Werte und das Leben hunderttausender Zivilisten die Rachegöttin bemüht“, so Pastörs weiter. Er schlug dann einen weiten Bogen zur Politik der Gegenwart, der auch wegen seines wahlkämpferischen Stils nicht bei allen Teilnehmern Zustimmung fand.

Botschaften aus England und Schottland: Nie wieder Bruderkrieg!

Zu einer ganz besonderen Premiere kam es im Anschluß an Pastörs Rede. Nachdem schon seit einigen Jahren Gäste aus ganz Europa am Dresden-Gedenken teilnahmen, sprachen in diesem Jahr erstmals zwei Redner aus Großbritannien. Die auf englisch gehaltenen Ansprachen wurden von Maik Müller vom „Aktionsbündnis Gegen das Vergessen“ übersetzt. Der aus dem schottischen Glasgow angereiste Steve Cartwight sagte, daß er „als frei denkender Europäer“ um alle Gefallenen trauere und alle Söhne und Töchter Europas ehre.

Ihn aber als Schotte und Brite beschäme das am 13. und 14. Februar 1945 an Dresden begangene Greuel.

Cartwight rief der Menge auf dem gefüllten Dresdner Postplatz zu: „Ich beende meine Rede mit einem europäischen Gebet: Auf das nie wieder ein Krieg komme! ... Nie wieder Bruderkrieg!“

Die Erinnerung weitertragen - ein Grund zum Stolz

Als Gast aus England sprach Stephen Swinfen von der britischen „National Front“. Swinfen betonte, daß Großbritannien in den dreißiger Jahren niemals von Deutschland bedroht worden sei, und daß Churchill dennoch einen Kriegskurs gesteuert habe. Die britische Bevölkerung sei machtlos gegenüber der Kriegstreiberei Churchills gewesen. Kongreßmitglieder und Pazifisten, die sich gegen den Krieg stellten, seien unter Churchill eingesperrt worden. Auch Swinfens Großvater sei als Kriegsgegner im Gefängnis gelandet. Swinfen nannte Churchill einen ähnlich großen Kriegsverbrecher wie Stalin. Mit Blick auf die heutige Zeit sagte er: „Es ist die Schande all dieser postliberalen Kriegsgegner und Gutmenschen, daß sie die widerlichen Verbrechen gegen schutzlose Frauen und Kinder nie verurteilten und niemals Gerechtigkeit einforderten."

Er hob hervor, daß es ihn mit Stolz erfülle, der Opfer zu gedenken.

"Jede Person, die sich heute erinnert, sollte stolz darauf sein. Stolz sein, weil sie die Schuldpropaganda und Gehirnwäsche der Besatzerregierung überlebt hat." Stolz sein, nicht gebeugt und verbogen worden zu sein, sondern aufrecht und wahrhaftig zu leben. "Man muß nur flüchtig auf die Antifa-Spinner schauen, und dann weiß man, wo diese Gehirnwäsche endet", bemerkte er zum linken Narrensaum am Rande.

Swinfen schloß mit der Mahnung, den Kampf für Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit, wie er im Dresden-Gedenken zum Ausdruck komme, als eine gemeinsame Aufgabe aller Völker Europas zu betrachten, denn dieser Kampf sei nur gemeinsam zu gewinnen.

Nach den beiden Reden aus England und Schottland wurde das Deutschlandlied angestimmt und die 6000 Teilnehmer des JLO-Gedenkens 2008 begaben sich auf den Heimweg.

Viele taten dies nicht ohne Stolz und in dem Bewußtsein, durch den persönlichen Einsatz, jenen ein Stück Würde und Leben zurückgegeben zu haben, denen in diesem Lande die ehrenvolle Erinnerung verwehrt wird.