Der Schutz der Grundrechte ist die erste Bürgerpflicht!

"Der Extremismus" bedroht uns alle

Viele werden sich fragen: Was hat die JLO eigentlich mit dem Thema "Extremismus" zu tun?

Wieso kommt sie dazu, eine umfassende Erklärung zum Extremismus zu veröffentlichen? Daß sich eine "Jugendorganisation für Ostpreußen" mit dem Thema "Extremismus" beschäftigen muß, ist nicht selbstverständlich.
Das Wort "Extremismus" gilt in der BRD als Synonym für Bestrebungen, die sich gegen die Ordnung des Staates, nämlich seine freiheitliche und demokratische Grundlage wenden. Es sind also, um es kurz zu sagen: "staatsfeindliche Bestrebungen".
Die werden mehr oder weniger in allen Ländern verfolgt. Was aber als staatsfeindlich angesehen wird, ist je nach Herrschaftssystem sehr verschieden.
In Diktaturen werden demokratische Bestrebungen als staatsfeindlich verfolgt, in Satelliten-Regimes werden diejenigen verfolgt, die die Herrschaft der Besatzungsmacht in Frage stellen.
Beides ist die Bundesrepublik nach eigenem Selbstverständnis nicht. Aber dennoch sind die Grenzen der politisch- korrekten Freiheit sehr eng gezogen und der Extremismus-Vorwurf kann hierzulande jeden treffen, der zu weit von der "Parteien-Linie" abweicht.
Das mußte leider auch die JLO erfahren.

Die Beckstein-Vorwürfe auf dem Prüfstand

Den Stein ins Rollen brachte der bayrische Innenminister Beckstein, der der JLO "eine deutliche Nähe zum Rechtsextremismus" vorwarf. Beckstein beklagte sich bei W.v. Gottberg, dem Sprecher der Landsmannschaft Ostpreussen, der geflissentlich Abhilfe versprach und schließlich dafür sorgte, daß die JLO von Ihrer Mutterorganisation im Stich gelassen wurde.
Beckstein sah die folgenden Aussagen der JLO als extremistisch, also als staatsfeindlich, an:

1. Eine rechte Partei im Bundestag täte unserer Demokratie gut,
weil sie zu mehr Respekt vor dem Volk führen würde.

2. Der Roeder-Skandal war ein Produkt der Medien und keine reale Gefahr für das Land.

3. Ein Buch über die Ostgebiete ist lesenswert,
auch wenn es in einen als "rechtsextrem" klassifizierten Verlag erschienen ist.

4.Deutschland besitzt keine volle Souveränität,
sondern erwies sich im Kosovo-Krieg als abhängig von den USA .

Die "Beckstein-Vorwürfe" waren in der JLO Anlaß über den Vorwurf des Extremismus ernsthaft nachzudenken. Herausgekommen dabei ist die JLO-Erklärung gegen Extremismus, insbesondere gegen den Historischen National-Sozialismus (HiNS) und den Kommunismus und Totalitären Sozialismus (KunTS).
Die Beckstein-Vorwürfe warfen verschiedene Fragen auf:
Wo steht im Grundgesetz, daß es keine Partei rechts von der CSU geben darf?
Welche Rolle spielen die Medien in unserem Lande?
Ist die Diskussion mit gewissen Menschen oder über gewisse Themen verboten? Wenn ja, von wem?
Wie kann es sein, daß der Zweifel an der Souveränität der BRD als staatsfeindlicher Akt angeprangert wird?

Wie wird die Meinungsfreiheit ausgehöhlt?

Je mehr man sich mit diesen Fragen beschäftigt, umso mehr wird deutlich, wie sehr der Extremismus-Vorwurf zu undemokratischen Zwecken mißbraucht werden kann. Werden nicht schon die Rechte der Bürger verletzt, wenn Menschen wegen ihrer politischen Auffassungen klassifiziert und an den öffentlichen Pranger gestellt werden? Kann der "Extremismus"-Vorwurf nicht auch auf den Extremismus der Mächtigen hinweisen? Wenn der Zeigerfinger zum Extremismus-Vorwurf ausgestreckt ist, weisen dann nicht die übrigen Finger zurück auf den möglichen Verleumder?
Einem solchen Mißbrauch kann nur der Einhalt gebieten, der weiß, wie Unterdrückung in Diktaturen funktioniert. Dazu ist die genaue Auseinandersetzung mit HiNS und KunTS sehr hilfreich.
Die Lehre daraus ist einfach:
Der Kern einer demokratischen Verfassung muß von den Bürgern selbst geschätzt werden. "Verfassungs-Schutz" ist erste Bürgerpflicht!
Diese Aufgabe kann ihnen keine geheime Institution abnehmen.
Im Gegenteil, ein staatlicher Geheimdienst, der die Meinungen der Bürger registriert und ggf. als staatsfeindlich einordnet, kann leicht zur Entmündigung des freien Bürgers führen.
Aus demokratischer Verantwortung sah sich die JLO deshalb gefordert, zum Thema Extremismus Stellung zu nehmen:
Denn der Schutz der Grundrechte geht uns alle an!

(aus Fritz 2001)


JLO gegen Extremismus