Eine Gestaltungsaufgabe die jeder hat 

Glatzen für Deutschland? 

A: Warum hast Du die Haare so kurz?

B: Ich bin ein Skin. Ganz einfach, ein Skin.

A: Was heißt das, ein Skin zu sein. 

B: Das heißt, auf Haare zu verzichten und auf die Meinung der anderen auch.

A: Skin-Sein heißt also, seine Abneigung gegen die gutbürgerliche Gesellschaft offen zum Ausdruck zu bringen. 

B: Skin sein heißt, gegen alles zu sein, außer eben gegen die Skins. Es heißt, der ganzen Welt zu zeigen: ihr könnt mich mal.

Skin

A: Die Glatze bedeutet also, sich zu denen zu bekennen, die ausgestoßen sind oder sich als Ausgestoßene fühlen.

B: Ja, klar, wir als Skins gehören nicht dazu. Und wir wollen auch gar nicht dazugehören. Zu dieser verlogenen Gesellschaft, in der es doch nur darum geht, wie man sich gegenseitig am besten abzockt. Die anderen sind uns total egal.

A: Vielleicht auch deshalb, weil ihr den Bürgern so gleichgültig seid. Mangelnde Zuwendung, verletzter Stolz, schlägt das nicht um in demonstrative Gleichgültigkeit? So nach dem Motto: denen zeigen wir es mal. Sie haben uns verletzt, jetzt verletzen wir sie. Mißachten ihre Werte.

B: Wie meinst Du das?

A: Wer sich verletzt fühlen kann, der hat doch auch eine Idee des Guten, der hat Ideale. Welche Werte vertretet ihr?

B: Was meinst Du mit Werte?

A: Na, gibt es auch etwas, wofür ihr seid?

B: Wofür wir sind?

A: Was macht ihr gerne. Was wollt ihr?

B: Was wir wollen? Wir wollen unseren Spaß haben. Wir feiern gerne. Und ansonsten wollen wir unsere Ruhe haben.

A: Also ihr wollt nicht zu kurz kommen und Eure Ruhe haben. Maximum an Genuß und Minimum an Pflichten. Das unterscheidet Euch nicht vom Normalbürger. Gibt es auch politische Ziele? Wollt ihr irgend etwas erreichen?

B: Kann man denn in diesem Lande etwas erreichen?

A: Wenn man klug ist vielleicht.

B: Wir wollen nicht so viele Ausländer hier im Land haben.

A: Warum nicht?

B: Die machen sich hier immer mehr breit. Das find ich einfach zum ...

Heß

A: Kopfschütteln ist keine Lösung. Was tut ihr dafür. Wie bringt ihr nach außen, was ihr wollt?

B: Wir tragen Bomberjacken und Springerstiefel. Dann wissen die Leute, was wir meinen und wir werden in Ruhe gelassen. Das verschafft uns Respekt.

A: Respekt oder Verachtung?

B: Das ist uns egal. Hauptsache,wir werden in Ruhe gelassen.

A: Und was macht ihr, um zu verhindern, daß andere Deutschland kaputt machen. 

B: Ja wir ziehen auch mal bei solchen Latsch-Demos mit. Von den nationalen Kameradschaften und so. Da glotzt sich das ganze Bürgerpack die Augen aus.

A: Und das Fernsehen zeigt Euch sogar abends.

B: Ja, das ist das Schärfste von allem.

A: Soviel Beachtung seid ihr nicht gewöhnt. Aber ist es Beachtung oder Verachtung?

B: Das ist mir scheißegal.

A: Aber die Fernsehleute, die benutzen Euch doch als vorführbare Idioten.
Ihr werdet als die kompletten Idioten hingestellt. 

B: Das ist mir wirklich scheißegal. 

A: Aber mir ist es nicht egal. Weil Ihr zu uns gehört! Ihr seid ein Teil von unserem Volk. Die zeigen Euch als Idioten, die für Deutschland eintreten. Und die stempeln damit alle zu Idioten, die für dieses Land eintreten.

B: Aber das ist doch das Fernsehen schuld. Nicht wir.

A: Natürlich, die "Machthaber im großen Reich der Lüge" sind schuld, aber Ihr macht es Ihnen auch so verdammt leicht.

B: Wieso? Was können wir dafür?

A: Ihr liefert Ihnen die Munition, damit sie alle national denkenden Deutschen wie ein paar besoffene und unterbelichtete Skins vorführen können.

B: Das ist doch nicht die Schuld der Skins. Das macht doch das Fernsehen.

A: Aber Ihr hättet eine einfache Möglichkeit, diese große Propagandamaschine zu stoppen.

B: Wie denn das?

A: Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder Ihr haltet Euch in der Öffentlichkeit an die bürgerlichen Normen oder Ihr haltet Euch von der Politik fern. 

B: Wir haben doch das gleiche Recht zu demonstrieren wie jeder andere auch.

A: Natürlich. Aber durch Euer Auftreten bewirkt Ihr doch das Gegenteil von dem, was ihr eigentlich erreichen wollt. Ihr schadet unserem Land. 

B: Wieso schaden wir unserem Land?

A: Weil Ihr den Millionen von einfachen und wenig intelligenten Fernsehzuschauern die Botschaft übermittelt: Wer für Deutschland eintritt, gehört zu den Ausgestoßenen, zum Abschaum der Gesellschaft. Bitte Entschuldige, mit Abschaum will ich keinen Skin beleidigen, aber so ist doch die Botschaft der Medien. 

B: Also Du meinst, wir sollten schichtweg das Maul halten.

A: Nein, das habe ich nicht gesagt. Ihr sollt die Würde der deutschen Sache nicht durch ein unangemessenes Äußeres belasten. Ihr sollt Euch in ordentlicher Kleidung und mit gepflegtem Haupthaar dort zeigen, wo es um etwas sehr Wichtiges geht.

B: Warum nicht mit Glatze? Die Glatze zeigt doch, daß wir Deutsche sind.

A: Die Glatze ist einfach undeutsch. Sie ist die Haarmode der Schuldigen. Die der Unfreien und Unterworfenen. Die mit dem Leben nicht zurecht kommen.

B: Mit dem Leben nicht zurecht kommen?

A: Sie ist Zeichen eines schlichten Versagens. Bei der einfachsten Gestaltungsaufgabe, die jeder Mensch hat, versagt ihr. Jeder muß seine Haare irgendwie gestalten, weil sie ein wilder Teil des Körpers sind. Da kann man sich nichts Fertiges kaufen, wie bei der Bekleidung. Wenn ihr aber davor schon kapituliert, wie soll man euch dann zutrauen, bei einer größeren Gestaltungsaufgabe mitzuwirken?

Wer schon im punkto Haare versagt, der wird im Leben auch sonst nichts erreichen. Glatze tragen nur Versager.

B: Ja soll ich mir denn die Haare bis zum Boden wachsen lassen oder so wild am Kopf stehen lassen wie die Panks.

A: Das ist doch das andere Extrem. Auch wer seine Haare vollkommen verwildern läßt oder überhaupt nicht pflegt, der hat vor der persönlichen Gestaltungsaufgabe genauso versagt wie der Skin. 

B: Wenn ich mir eine Glatze rasieren lasse, dann ist das sauber und in Ordnung. Das ist tausendmal besser als eine Chaotenfrisur.

A: Das mag sein. Aber egal ob ich das totale Nichts auf dem Kopf zur Schau trage oder ob ich die totale Anarchie im Haar und auch im Leben favorisiere, beides sind doch extreme Positionen und die zeugen gleichermaßen von Versagen.

B: Du meinst also mit den Haaren zeigt man, ob man mehr für Ordnung oder für Freiheit, also rechts oder links ist?

A: Ich meine, an der Frisur kann man einiges ablesen. Ob man linke oder rechte Einstellungen allein am Haar erkennen kann, das bezweifle ich. Haare sind ja auch eine Sache der Mode.

B: Das sag ich doch! Glatze ist einfach eine Mode.

A: Auch eine Mode. Wenn Männer mittleren Alters, denen die Haare ausgehen, sich alles abrasieren, dann ist das etwas anderes als wenn Jugendliche sich bis auf die Kopfhaut scheren.

B: Mode ist Mode.

A: Das ist die Mode der Ausgestoßenen, die Haarmode der Strafgefangenen und der Sklaven. Diejeningen, die das zur Mode gemacht haben, die wissen schon warum. In früheren Zeiten durfte nur der Freie Haare tragen, die Sklaven liefen kahlgeschoren herum. Und bei den Germanen wurden die Könige abgesetzt, wenn sie die Haare verloren.

B: Aber Glatze tragen doch die stärksten Kämpfer.

A: Ihr meint vielleicht, Glatze sei das Zeichen eines besonderen Kämpfertums, vielleicht sogar eines Heldentums. 

B: Ja, mit Glatze fühlen wir uns besonders stark. So stark wie die Deutschen in früheren Zeiten.

A: Aber haben die deutschen Soldaten Glatze getragen? Niemals. Es sei denn als Gefangene.

B: Aber sie trugen die Haare kurz. 

A: Natürlich, das war ein Zeichen der Disziplin, auch der Einordnung in eine große Gemeinschaft. Aber die Glatze ist ein Zeichen der Unterwerfung. Sie zeugt davon, daß man einer fremden Herrschaft unterworfen ist.

B: Du meinst also, die Skins sollten sich wieder Haare wachsen lassen, damit sie nicht als die Bösen vorgeührt werden können.

A: Fast richtig. Auch damit sie nicht vorgeführt werden können. Aber in erster Linie, damit sie mit der Würde des eigenen Haupthaars auch das würdig vertreten können, was sie vertreten wollen. Sich eine Glatze schneiden zu lassen, ist doch eine Art von Selbstverstümmelung. Eine Kapitulation, eine Selbsterniedrigung. 

B: Ich hatte immer gedacht, die Glatze sei ein Symbol der Freiheit und des nationalen Widerstandes.

A: Falsch gedacht. Total falsch. Die Glatze ist ein Symbol der Erniedrigung und der Unterwerfung. Haare zu tragen ist die erste Bürgerpflicht. Besonders in Zeiten wie diesen.

Statt "Glatzen für Deutschland" muß es heißen:

"Tragt Eure Haare für Deutschland.

Denn: Haarpracht macht frei!"