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Axel: |
Ich denke schon, man kann stolz auf Deutschland sein. Natürlich nur auf unser heutiges Deutschland. Auf unsere Demokratie, auf den Wohlstand, auf ein blühendes Land. |
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Dieter: |
Ich bin auch stolz auf Deutschland, aber auf ein anderes Deutschland, das trotz alledem unter dem Schutt der Zeit noch lebt. Auf das, was 1000 Jahre lang Deutsches Reich war. Auf den Wohlstand, die wohlgenährte Selbstgefälligkeit der Bundesbürger, auf diejenigen, die uns die D-Mark geraubt haben und Bomben auf Belgrad werfen, und die dieses dahinsiechende Land mit "Stolz" füttern, bin ich nicht stolz. |
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Bernhard: |
Ihr habt ja total verschiedene Deutschland-Bilder! Worauf der eine stolz ist, das verachtet der andere. Jeder meint mit Stolz etwas anderes. |
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Christian: |
Wenn ich unter Deutschen lebe, kommt mir das Thema "Nationalstolz" nicht in den Sinn. Der Fisch denkt ja auch nicht dauernd an das Wasser, in dem er schwimmt. Ich finde, das Thema "Nation" ist so etwas Grundsätzliches, Tiefgreifendes und Schwieriges, das man da leicht etwas Falsches sagen kann. Irgendwie berührt es mein Innerstes, und ich gebe mein Gefühl nicht gerne preis. Flaches Gerede kann auch verletzen. |
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Bernhard: |
Wem die Nation heilig ist, der wird sich ihrer nicht brüsten. Sondern bescheiden sein und ihr dienen. Und schweigen. |
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Eduard: |
Dieses Mediengeschwätz ist nur ein leichtfertiges Spiel
mit Gefühlen? |
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B: |
Natürlich wird das Thema von pseudonationalen Parteien benutzt, um ihre Wähler zu fangen. Das Nationalgefühl wurde ja schon immer gerne mißbraucht. Andererseits wurde das Nationale durch diese Debatte erstmals rehabilitiert und aus dem Sumpf des Extremismus befreit. Man muß Laurenz Mayer schon dankbar sein, daß "Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein" jetzt nicht mehr als Anhaltspunkt für eine Erwähnung im Überwachungs-Bericht des VS herhalten kann. |
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FRITZ: |
Sehen wir mal von Zwecken und Folgen ab. Weshalb sind wir stolz? |
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D: |
Der eine ist stolz auf die Tapferkeit der Wehrmacht. Der andere ist stolz auf unser weltweit einmaliges Asylrecht, welches dem ersten ein Greuel ist. Der Nationalstolz ist gespalten in viele Parteien, weil wir sehr unterschiedliche Deutschlandbilder haben. |
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C: |
Es fragt sich, ob es überhaupt einen Kern gibt, auf den wir alle stolz sein können. Das ist die Frage nach der nationalen Identität. Was ist Deutschland? Was ist ein Deutscher? |
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A: |
Das ist doch einfach. Deutscher ist jeder Bürger der Bundesrepublik Deutschland. |
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E: |
Deutscher ist, wer sich zur deutschen Kultur und deutschen Nation bekennt, wer als Kind deutscher Eltern geboren und durch das deutsche Kulturerbe geprägt wird. Die Multikulti-Gesellschaft ist das Ende der Nation. MuKuG ist das Tarnwort für die Zerstörung von Kultur und Volk, ihre Unterwerfung unter globale Interessen. Dort wird man dann stolz sein, Englisch zu sprechen und amerikanisch zu denken. Wenn überhaupt. |
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B: |
Da haben wir das Übel. Wir sind uns nicht einig, was Deutschland ist. Und wir werden uns noch weniger einig sein, wer Deutscher ist und worauf wir stolz sein können. |
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D: |
Die nichtdeutschen Staatsbürger der BRD wollen gerne Türken, Marokkaner oder Albaner bleiben. Nebenbei bemerkt: Sie wollen das, weil sie stolz darauf sind. Mit dem deutschen Paß werden sie nicht Deutsche. Deutscher zu sein, bedeutet mehr als einen deutschen Paß zu haben, auch wenn viele das Nationalbewußtsein gerne soweit herabdrücken würden. |
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FRITZ: |
Was bedeutet es, durch das deutsche Kulturerbe geprägt zu sein. Was ist deutsche Identität? Wodurch wird sie bestimmt? |
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C: |
Durch 2000 Jahre christlicher Kultur, durch Goethe und Schiller, durch 1000 Jahre staatlicher Tradition, durch Zersplitterung und mühevolle Einigung, durch die Mittellage im Weltbügerkrieg, und die Neuorientierung nach 45. |
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D: |
Deutschland ist Hermann der Cherusker, und Bismarck, Luther und Kant, Bach und Beethoven, Preußen und Österreich, Daimler, Zeppelin und Volkswagen, das sind Orte von Köln bis Königsberg, Schlachtfelder und Kultstätten, Kunst- und Bauwerke, Märchen und Mythen. Und unendlich vieles mehr. |
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E: |
Wichtig ist: WIR sind das Volk, aus dem all diese Personen, Werke und Taten hervorgegangen sind. Der Einzelne ist Teil eines größeren Ganzen, durch welches der einzelne erst ganz zu sich selbst kommt. Erst ein Volk, das sich seiner selbst bewußt ist, ist eine Nation. |
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A: |
Aber kann man stolz darauf sein, zu einem Volk zu gehören? Man wird doch nur zufällig hier in diesem Lande und mit dieser Identität geboren. Das ist doch nicht meine Leistung. |
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E: |
Einen wichtigen Teil der Identität haben wir jedoch noch vergessen: die Deutschen sind keine Chinesen, Schwarzafrikaner, Eskimos. Sie haben eine biologische Identität, auch darin erkennen sie sich gegenseitig. |
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B: |
Wie entsteht ein Volk? Als Fortpflanzungs-, Sprach- und
Kulturgemeinschaft. In dieser Reihenfolge. Die Kulturbildung läßt sich nicht
von der Volkwerdung trennen. |
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FRITZ: |
Zur Hauptfrage. Kann der einzelne stolz darauf sein, zu einer Nation zu gehören ? |
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A: |
Ich denke man kann nur auf das stolz sein, was man selbst geleistet hat. Da ich nur zufällig in diesem Land geboren und damit Deutscher bin, kann ich nicht stolz darauf sein. So sagt es auch unser Bundespräsident. |
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E: |
Was ein Politiker sagt, besagt nichts. |
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B: |
Stolz kann vieles bedeuten. Es gibt den Leistungsstolz des einzelnen, aber es gibt auch den Gemeinschaftsstolz, den Stolz zu einer Gruppe zu gehören, den Familienstolz, den Ahnenstolz, den Bürgerstolz. Und dann gibt es noch den Stolz auf Eigenschaften, für die wir gar nichts können. Stolz auf die eigene Schönheit, die eigene Kraft oder die Stärke des Verstandes. Wir sind stolz auf viele Dinge, die wir von Natur aus besitzen, weil sie uns von Anfang an einfach gehören. |
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C: |
Die Leistungs-Ideologie will den Menschen weis machen, sie seien nur etwas wert, wenn sie etwas leisten. Aber jeder Mensch hat an sich schon einen Wert. Darauf gründen die Würde und der Stolz des einzelnen. Stolz ist Selbstwertgefühl und Bewußtsein der eigenen Würde. Und das, was wir sind, das haben wir nicht aus uns selbst. Es ist Schöpfergabe, wir können wenig dazu. |
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D: |
Leistungsstolz ruht immer auf einer Leistungsfähigkeit, die uns in die Wiege gelegt ist. Auf diese können wir nicht anders stolz sein als auf das Blaue in unserem Auge. |
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E: |
Wir sind nur stolz auf etwas, das für uns einen Wert hat. Und dabei ist es egal, ob uns dies durch die Schöpfung mitgegeben ist oder ob wir es selbst erschaffen haben. Denn alles ist uns letztlich nicht aus uns selbst gegeben. Sondern es kommt aus der Gemeinschaft, in der wir leben. |
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B: |
Insbesondere zu einer Gruppe, zu einer Gemeinschaft zu gehören, das wird uns durch die Schöpfungs-Ordnung vorgegeben. |
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C: |
Wie sagt der große Ostpreuße Gottfried Herder so schön: Die Völker sind die Gedanken Gottes. Die Völker sind Schöpfungsordnung. Sie sind etwas Heiliges. Durch sie hat der einzelne teil am Göttlichen. |
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D: |
Die Gemeinschaft, - Volk und Nation - , haben für mich einen Wert. Wir leben in ihr und durch sie, ebenso wie sie in uns lebt. Wir sind mit ihr untrennbar verbunden. Die Gemeinschaft ist etwas Wertvolles, das uns gehört, das wir lieben und erhalten wollen. Und dieses Wertvolle in uns ist uns Anlaß zum Stolz. |
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B: |
Stolz ist also die Erkenntnis unseres eigenen Wertes und damit das Bekenntnis zu einer Werteordnung. Stolz bedeutet das Glück, etwas Wertvolles zu besitzen, aber es bedeutet auch die Sorge und Verpflichtung, dieses zu erhalten. |
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FRITZ: |
Das wäre ein schöner Schlußsatz. Ihr seid also stolz darauf, Deutsche zu sein? |
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C: |
Das ist die natürlichste Sache der Welt. |
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D: |
Zu stolz, um darüber zu reden. |
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B: |
Zu stolz, um auf Fragen zu antworten, die sich nicht mit Worten beantworten lassen. |
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E: |
"Stolz" das sind nicht leere Worte. Mein Stolz, das ist die Tat. |
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FRITZ: |
Ich danke Euch für das Gespräch. |